Bei einer sogenannten Entkopplungsmatte handelt es sich um ein hochspezialisiertes Systembauteil aus Kunststoff oder verwebten Fasern, welches im gehobenen Innenausbau als mechanische Trennschicht zwischen einem kritischen Untergrund und einem neuen Fliesen- oder Natursteinbelag eingesetzt wird.
Bekannte neuralgische Stellen im Altbau oder beim Dachausbau sind elastische Holzbalkendecken, frisch eingebrachte Estriche oder Mischuntergründe, die zu minimalen Verformungen, Schwingungen oder thermischen Spannungen neigen. Würden hier Fliesen direkt auf einen solchen beweglichen Untergrund verklebt werden, käme es durch die starre Beschaffenheit des Keramikbelags unweigerlich zu hässlichen Rissen in den Fugen oder sogar zum großflächigen Abplatzen der Fliesen.
Die Entkopplungsmatte wird in aller Regel mit einem flexiblen Dünnbettmörtel auf dem Boden fixiert und neutralisiert die auftretenden Scherkräfte und Bewegungen, indem sie den Oberbelag komplett von der tragenden Konstruktion entkoppelt. Auf diese Weise werden Spannungen in der Matte abgebaut und nicht an die Fliesen weitergegeben.
Darüber hinaus verfügen viele moderne Entkopplungsmatten über integrierte Kanäle zur Dampfdruckentspannung, was das Verlegen auf noch nicht vollständig ausgetrockneten Estrichen erlaubt. Besonders gut geeignet sind derartige Elemente, wenn darunter ein Gefälleestrich für eine bodengleiche Dusche verlegt wurde, was die Langlebigkeit des gesamten Fußbodenaufbaus unterm Dach signifikant erhöht.
