Für Immobilienbesitzer hat sich die Erschließung neuer Nutzungsbereiche durch das Ausbauen des Dachgeschosses als überaus smarte Entscheidung erwiesen, um den eigenen Wohnkomfort zu maximieren und gleichzeitig auch den Immobilien-Wert zu steigern. Allerdings muss der Ausbau dieser Bereiche auch den energetischen Anforderungen an die Gebäudehülle und anderen Vorgaben gerecht werden, womit für ein derartiges Vorhaben unter Umständen durchaus stattliche Investitionskosten anfallen können.
Die gute Nachricht lautet – der Staat greift Eigentümern mit attraktiven Förderprogrammen für die Umsetzung dieser Projekte massiv unter die Arme. Wer die Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die zinsgünstigen Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geschickt miteinander kombiniert, kann die eigenen Kosten drastisch senken.
Durchdachte Einzelmaßnahmen sichern direkt spürbare Zuschüsse
Wer ein bereits bestehendes Dachgeschoss ausbauen möchte, ist in aller Regel mit der Einzelmaßnahmenförderung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) am besten bedient. Sollte allerdings keine Komplettsanierung anstehen, sondern lediglich der Wunsch nach einer energetischen Aufrüstung bestehen, eignet sich das BAFA als der richtige Ansprechpartner. Als förderfähig gelten diesbezüglich alle Maßnahmen an der Gebäudehülle – also die Zwischen- und Untersparrendämmung sowie der Austausch alter Dachfenster gegen moderne Wärmeschutzverglasungen.
Wichtig für den Erfolg: Der Förderantrag muss zwingend vor der Vergabe der Handwerksaufträge gestellt und ein zertifizierter Energieeffizienz-Experte eingebunden werden. Nach erfolgreichem Abschluss und Prüfung der Arbeiten sichert Ihnen dieser fachgerechte Dachbodenausbau einen direkten, nicht rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 4.500 Euro, der direkt auf Ihr Konto überwiesen wird.
Wie lässt sich die maximale Fördersumme durch einen Sanierungsfahrplan verdoppeln?
Viele Bauherren schlagen sich völlig unnötigerweise mit viel zu hohen Ausgaben herum, weil sie aus reiner Unwissenheit die gesetzlichen Boni nicht ausschöpfen. Um nichts dem Zufall überlassen zu müssen, sollte daher jeder, der ein Dachgeschoss ausbauen möchte, im Vorfeld einen zertifizierten Energieeffizienz-Experten (EEE) einbinden, damit dieser einen sogenannten individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen kann, den der Staat als vorausschauende Strategie mit einem zusätzlichen iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten belohnt, womit der Fördersatz für die Dämmung damit von 15 auf insgesamt 20 Prozent steigt.
Der eigentliche Hebel liegt jedoch in der Anhebung der Kostenobergrenze:
- Mit iSFP-Bonus verdoppelt sich der Maximalbetrag der förderfähigen Kosten von 30.000 Euro auf 60.000 Euro pro Wohneinheit.
- Der maximale staatliche Zuschuss für den Ausbau im Dachgeschoss klettert dadurch von 4.500 Euro auf bis zu 12.000 Euro.
- Wichtig: Der Antrag beim BAFA muss zwingend vor der finalen Vergabe des Handwerkerauftrags eingereicht worden sein.
Das KfW-Programm 261 verwandelt das Haus in ein hocheffizientes Gesamtkunstwerk
Für den Fall, dass die Eigenmittel das geplante Projekt nicht abdecken können, bietet die KfW noch eine passende Ergänzung. Während nämlich das BAFA reine Zuschüsse beisteuert, stellt die KfW im Programm „261“ zinsgünstige Kredite zur Verfügung. Dieses Angebot bietet sich insbesondere immer dann an, wenn Sie nicht nur punktuelle Ausbauten im Dachgeschoss planen, sondern die gesamte Immobilie zu einem zertifizierten KfW-Effizienzhaus sanieren möchten.
Der Kreditrahmen ist dabei mit bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit äußerst großzügig bemessen. Die Besonderheit dieses Programms sind jedoch eigentlich die Tilgungszuschüsse, die sich in Abhängigkeit des erreichten Effizienzhaus-Standards zwischen 5 und 45 Prozent bewegen und nicht zurückgezahlt werden müssen. Ein professioneller Hausbau innen mit dem Ziel einer maximalen Energieeinsparung wird somit staatlich hochgradig subventioniert, erfordert jedoch eine lückenlose Erfüllung aller entsprechenden Kriterien.
Warum ist die handwerkliche Fachplanung für den Erhalt der Fördergelder unerlässlich?
Die Zusage staatlicher Fördergelder ist jedoch wahrlich kein Wunschkonzert, sondern an eine ganze Reihe bürokratischer und auch technischer Kriterien geknüpft. Wer also sein Dachgeschoss ausbauen und dafür öffentliche Gelder in Anspruch nehmen möchte, sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass schon vermeintlich kleine Fehler im Vorfeld die gesamte Förderung gefährden können. Um die Zuwendungen nicht aufs Spiel zu setzen, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
Ein zugelassener Energieberater muss die korrekte Planung vor Baubeginn mit einer sogenannten „technischen Projektbeschreibung“ (TPB) bestätigen. Erst mit dieser Dokumentationsnummer lässt sich der Zuschuss beantragen. Nach der Bewilligung kommt es auf die fehlerfreie handwerkliche Umsetzung an. Ein moderner Innenausbau im Trockenbau und auch im Allgemeinen verlangt absolute Perfektion bei der Verklebung der Dampfbremsbahnen. Sollten hier Lücken entstehen, dringt feuchte Raumluft in die Dämmung ein, was zu schweren Bauschäden führt und die energetischen Zielwerte zunichte macht. Erfahrene Fachbetriebe garantieren hier die Einhaltung aller technischen Richtlinien, dokumentieren die Materialstärken lückenlos und erstellen nach Abschluss der Arbeiten die notwendige Unternehmererklärung, die als Nachweis für die Auszahlung der Fördergelder dient.
INFOBOX: DIE TECHNISCHEN MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE FÖRDERUNG
| ◆ | U-Wert für das Steildach: Um BAFA-Zuschüsse zu erhalten, muss die gedämmte Dachfläche nach der Sanierung einen maximalen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 0,14 W/(m²K) aufweisen. Das ist strenger als die Mindestanforderung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). |
| ◆ | U-Wert für Dachflächenfenster: Werden im Zuge der Arbeiten neue Dachfenster eingebaut, müssen diese einen exzellenten U-Wert von maximal 1,0 W/(m²K) erreichen, um in die Förderung einbezogen zu werden. |
| ◆ | Gebäude-Alter als Basis: Fördermittel für die energetische Sanierung der Gebäudehülle werden nur dann bewilligt, wenn der Bauantrag oder die Bauanzeige des Hauses zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens 5 Jahre zurückliegt. |
Fazit
Ein Dachgeschossausbau gilt als wirtschaftlich überaus attraktive Maßnahme, um neuen Wohnraum zu schaffen und die Energiekosten des Gebäudes maßgeblich zu reduzieren. Um derartige Projekte in die Tat umsetzen zu können, bieten BAFA und KfW die Übernahme wesentlicher Teile der finanziellen Belastung. So lässt sich durch die Einbindung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) der Zuschuss für die Dämmung auf bis zu 20 Prozent anheben und die Kostenobergrenze auf 60.000 Euro verdoppeln. Wer sich also von Anfang an sehr gewissenhaft mit den Kriterien für diese Förderungen beschäftigt, die Anträge korrekt vor der Auftragsvergabe stellt und auf die handwerkliche Präzision eines Fachbetriebs setzt, profitiert von maximalen Zuwendungen, einem behaglichen Raumklima und einer zukunftssicheren Wertsteigerung seiner Immobilie.

