Der Kniestock, oft auch als „Drempel“ bezeichnet, definiert die über die Rohbau-Geschossdecke hinausragende Außenwand eines Dachgeschosses. Auf der Oberkante dieser gemauerten oder in moderner Holzbauweise ausgeführten Wandkonstruktion liegt das tragende Dach auf, genauer gesagt die sogenannten Fußpfetten des Dachstuhls. Aus architektonischer und baurechtlicher Sicht nimmt der Kniestock eine fundamentale Schlüsselrolle bei jedem Dachausbau ein, da die exakte Höhe dieses Bauteils maßgeblich bestimmt, wie viel nutzbare Stellfläche, effektives Raumvolumen und Bewegungsfreiheit in der neuen Etage unterm Dach letztendlich zur Verfügung stehen.
Ist der Kniestock sehr niedrig ausgeführt, beginnt die Dachschräge fast direkt auf Höhe des Fußbodens, was das Aufstellen von Standardmöbeln quasi unmöglich macht und die nutzbare Quadratmeterzahl stark einschränkt. Wird der Drempel hingegen im Rahmen einer Aufstockung oder beim Neubau höher geplant – beispielsweise auf ein Maß zwischen 1,00 und 1,40 Metern –, gewinnt der Raum massiv an lichter Höhe.
Dadurch lassen sich auch tiefe Schrägen im Randbereich optimal für Betten, Schreibtische oder maßgefertigte Schiebetüren nutzen. Bei der nachträglichen Dämmung eines Dachgeschosses muss der Kniestock besondere Beachtung finden, da dieser Bereich eine potenzielle geometrische Wärmebrücke darstellt. Eine lückenlose und fachgerechte Isolierung dieses Wandabschnitts ist bauphysikalisch zwingend erforderlich, um Zugluft, teure Energieverluste und gefährliche Kondensatbildung in den Ecken effektiv zu verhindern.
